Hüftleiden sind zu einer Volkskrankheit geworden – Gesundheitsforum informierte über Diagnose und Behandlung

ERFURT. Im Foyer des Kaisersaals ging es hart zur Sache. Pfannenfräser, Schaftraspler, Korkenzieher zur Entfernung des Hüftknochens – säuberlich aufgereiht auf blauem Tuch lagen die Requisiten einer klassischen Hüft-Operation. Auf einem Bildschirm konnte man dann sehen, wie sie zum Einsatz kommen. Besucher drängten sich vor dem Tisch, die Demonstration weckte Interesse. Inge Hoppe zum Beispiel ist extra aus Rudolstadt nach Erfurt gefahren, um das Gesundheitsforum, veranstaltet vom Waldkrankenhaus in Eisenberg und moderiert vom Chefredakteur unserer Zeitung, Paul-Josef Raue, zu besuchen.

Seit Jahren leidet die 72-Jährige an Arthrose. Irgendwann, das hat ihr ihre Hausärztin gesagt, könne wohl nur noch der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks helfen. Sie schiebt das auf, solange es geht. Informieren möchte sie sich hier dennoch schon einmal. So wie ihr ging es offensichtlich vielen Besuchern. Das Interesse lockte sie in den Kaisersaal, viele auch das eigene Leiden. Denn Schmerzen im Hüftgelenk kann man eine Volkskrankheit nennen. Die Menschen leben immer länger. Gleichzeitig wächst die Selbstverständlichkeit, auch in höherem Alter beweglich zu bleiben. Die Besucher ließen sich Bewegungstrainer vorführen, blätterten in Broschüren, füllten anschließend den Saal. Dort informierten Fachleute über Ursachen des Leidens, über die Diagnose, Behandlungen bis zu der Frage, wann eine Operation angebracht ist, und was man von ihr erwarten darf.

Allgemeinmediziner Volker Kielstein zum Beispiel beschrieb die vielfältigen Möglichkeiten, die schon der Hausarzt hat, um zu diagnostizieren und zu behandeln. Denn die Ursachen für Hüftschmerz können vielfältig sein. Sie reichen von Infektionen, Rheuma oder Frakturen bis hin zur klassischen Arthrose. Sein Rat: Bei Gelenkschmerzen immer erst den Hausarzt konsultieren. Ein anderer: Auf das Gewicht achten und beweglich bleiben. Wie man das hinbekommt, konnten die Besucher auch gleich lernen: Zwischen den Vorträgen standen leichte Lockerungsübungen auf dem Programm.

[Quelle: Thüringer Allgemeine, 17. Oktober 2013]